Blümchenpflanzen und weit mehr
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| 1940 | Anfänge des Dorfverschönerungsvereins Schwerfen |
| 1942 | Gründung des Dorfverschönerungsvereins Schwerfen |
Im Zusammenhang mit der vom Dorfverschönerungsverein geplanten Ortschronik sind wir auf einen alten Zeitungsartikel gestoßen, der eine für uns interessante Information enthielt.
Das „Euskirchener Volksblatt“ berichtete am 15.12.1942 über die Gründung eines „Obst- und Gartenbauvereins“ in Schwerfen. Der Verein hatte bisher immer das Gründungsjahr 1940 angenommen.
Gründungsinitiator war der Gartenbauverein aus Kommern. Referenten des Vereins aus der unmittelbaren Nachbarschaft überzeugten die anwesenden Schwerfener, dass im Krieg jedes Eckchen Gartenland ausgenutzt werden müsste. Bekanntlich war in dieser Zeit die Not groß, und nicht alle Menschen konnten ihren Hunger stillen. Not war die Motivation für den Zusammenschluss in einem Verein, um unter fachlicher Führung Obst und Gemüse zu erzeugen.
Erster Vorsitzender wurde der Landwirt Johann Dohmen.
1973, nach den Hungerjahren, hatte sich die Aufgabenstellung grundlegend geändert, der Verein führte ab diesem Datum den Namen „Dorfverschönerungsverein Schwerfen e.V.“. Der Gartenspritze und Harke folgte schweres Gerät. Mit Bulldozern und Traktoren wurden umweltschützende und landschaftsgestalterische Maßnahmen durchgeführt. Am Anfang standen Aufräumarbeiten und die Beseitigung von wilden Müllkippen und Ablagerungen.
Der neue Vorsitzende Ernst Wollenweber, Bauingenieur, war die treibende und engagierte Kraft. Der Dorfplatz an der Kirche ist 1977 durch eine Initiative des Vereins gebaut worden. Die Anlage wurde durch den Regierungspräsidenten bezuschusst, weil der Verein überzeugend seine Mitarbeit einbrachte. Eine Bürgerinitiative, die auch einen Beitrag zur Integration der Dorfgemeinschaft leistete.
Dorfplatz. Versammlungsraum für alle Dorffeste.
Unser Schwerfen ist in den zurückliegenden Jahren durch eine Vielzahl von Aktionen im Gesamtbild deutlich verbessert und verschönert worden. Dabei beschränkt sich der Verein nicht nur auf Begrünungen – auch größere Themen wurden mit Unterstützung der Schwerfener Mitbürgerinnen und -bürger geschultert.
Nur Schwerpunkte seien erwähnt. Neben dem erwähnten Dorfplatz die Sanierung der alten Sandsteinkreuze in den Jahren 1988 und 2008, die Pflanzung der Linden in den Strassen Alte Bachstraße und Gülichsburg. Die Pflasterung des Vorplatzes vor der Kirche mit dem Bruchsteinrondell ist eine Arbeit des Vereins. In den Händen des Vereins lag auch die Renovierung der Friedhofskapelle mit den bleiverglasten Fenstern. Die Steintafeln mit den Gefallenen der Kriege sind neu gestaltet worden. Auch die Holzfigur St. Michael, eine Arbeit des Schwerfener Künstlers Franz Kött aus dem Jahre 1936, ist in aufwändigen Verfahren gereinigt worden. Die Begrünung an der Kapelle ist ebenfalls durch den Verein durchgeführt worden.
Die Planung der Neuanlage auf dem Schwerfener Friedhof ist eine Arbeit des Vorsitzenden Wollenweber. Ein Geschenk an die Schwerfener ist das auf diesem Teilbereich errichtete 4,60m hohe Sandsteinkreuz. Anlass zu dieser Geste war das 60jährige Bestehen des Vereins. In den Eifeler Sandstein ist die Widmung geschlagen:
„Schöpfung bewahren“.
Tradition sind inzwischen die Wanderungen des Vereins zur Narzissenblùte und die Nachtigallenwanderung Ende April sowie im Herbst die Rotweinwanderungen. Es ist immer ein Erlebnis, die Vielzahl der blühenden Blumen zu sehen.
Im Augenblick ist die Rekultivierung unserer Heide auf dem „Frohnbuschberg“ unsere wichtigste Aufgabe. Mit Hilfe der Biologischen Station in Nettersheim haben wir bereits einen Teilbereich „abbuschen“ können. Mit Unterstutzung der HIT-Stiftung hoffen wir, die Restfläche zu sanieren. Deutlich kann man die bearbeitete Fläche der Schwerfener Heide auf dem Frohnbuschberg erkennen.
Abschleßend muss auch das Schwerfener Wahrzeichen, der Echbaum, vorgestellt werden. Das Naturdenkmal ist 1980 nach einem Blitzschlag mit Unterstützung des Vereins saniert worden.
Ein „Vereinssteckbrief'“ kann und soll nicht vollständig sein. Wichtig ist, dass deutlich gemacht wird, dass die Aufgabenstellung unseres Vereins übers „Blümchen pflanzen“ hinausgeht. Die Mitglieder haben durch ihre ehrenamtliche Arbeit das Erscheinungsbild von Schwerfen verschönert – und der Verwaltung in Zülpich viel Geld erspart.
Wir haben nur das Gefühl, dass die Bewertungskommissionen der Wettbewerbe unser Engagement nicht gebührend anerkennen.
